Neun Gründe, neun Kapitel

Neun Gründe für das Leben in der Großstadt – und unsere neun Buchkapitel:

1 Urban Gardening – die neue Lust an dreckigen Fingernägeln

Egal ob München, Frankfurt oder Berlin – vorbei die Zeit, in der Kleingärtner als piefige Laubenpieper verschrieen waren. Urban Gardening ist das neue Lieblingshobby der Großstädter. Guerilla-Gärtner bepflanzen Verkehrsinseln, Nachbarn die Baumscheiben vor ihrem Haus. Auf Flachdächern werden Mini-Farmen betrieben, in Allmende-Gärten pflanzen Jung und Alt Kürbisse und Tomaten. Zum Essen – und zum Spaß.

2 Wohn- und Lebensformen für Alt und Jung

Von der WG in die Pärchen-Wohnung, von der Single-Bleibe in die Baugruppe, von der Eigentums-Wohnung ins Genossenschaftshaus – die Wohnkarrieren von Großstädtern spielen mit vielen Varianten. In verdichteten Innenstädten werden Brachen zu Bauland und Industrie-Gebäude zu Wohnungen. Und all das lockt nicht nur junge Menschen: Gerade für BestAger gibt es keinen besseren Lebensmittelpunkt.

3 Lust und Liebe: Urbane Partnersuche statt Bauer sucht Frau

Hat der Stadtmensch sein Singledasein satt, geht er, oder sie, auf die Balz, in Szenekneipen und auf Konzerte, zum Lauftreff oder zum Beach-Volleyball. Frischverliebte zeigen sich ihre Lieblingsplätze, vom Kino zum Museum, vom Beachclub zur Parkbank. Und was macht der Single auf dem Land? Bauer sucht Frau?

4 Kindheit, Schule, Karriere

Armes Landkind. Es kann zwar auf Bäume klettern, aber nur alleine. Denn es hat kaum jemanden, der mit ihm spielt. Die jungen Familien ziehen weg, denn in der Stadt stehen Kitas, Gymnasien, Fachhochschulen, Universitäten zu Auswahl. Und keiner, der in der Stadt lebt, muss Lebensmittelchemikerin, Gymnasiallehrer, Verkehrsplaner oder Richter werden. Aber man könnte.

5 Die Artenvielfalt im Großstadt-Dschungel

Je größer die Stadt, desto bunter die Vielfalt der Pflanzen und Tiere! Denn in der Stadt wird im Gegensatz zum weiten Land der Bauernindustrie kein Gift verspritzt. Und so findet zwischen Pflasterstein und Kirchturm jedes Tierchen sein Plaisirchen: Feldhasen hoppeln durch den Stuttgarter Stadtpark, Biber bauen ihre Isar-Burg am Deutschen Museum, Waschbären schlecken in am Berliner Alexanderplatz tote Fliegen von den Scheinwerfern.

6 Stadtluft macht frei: Und Städte machen Geschichte

Wer im Mittelalter Jahr und Tag in der Stadt gelebt hatte, war seinen vorigen Herren nicht mehr untertan. In den Städten entwickelten sich Bürgersinn und politischer Verstand. Freiheitsbegehren, Revolutionen, all das nahm in großen Städten seinen Ausgang. Und als Zentren der Kultur schenken Städte sich und der Menschheit Bibliotheken, Kunst, Museen, Aufregung und Reibung.

7 Gesünder leben: Vom Wert medizinischer Versorgung

Stadtbewohner leben länger – und gesünder. Mit der Ernährung fängt es an: Auf dem Land wird eintöniger gegessen. Wen es in der Stadt zwickt und zwackt, kann zum Arzt gehen, ohne drei Dörfer weiter fahren zu müssen. Und wen es richtig erwischt, den holt der Notarzt mit Tatütata. Wer psychisch erkrankt, wird in der Stadt mit Medikamenten oder Beratung versorgt. Auf dem Land gilt er als Dorfdepp oder Sonderling.

8 Multikulti contra Einheitsgesellschaft: Städte lehren Toleranz

Es ist nicht einfach mit der multi-kulturellen Gesellschaft – aber Tag und Nacht rundum Deutsche Leitkultur, das hält kein Mensch aus. Dorf-Jugendliche brauchen ein dickes Fell, um provinziellem Mainstream zu trotzen. In der Stadt leben die unterschiedlichsten Lebensentwürfe Seite an Seite. Die Menschheit zieht es in die Städte. Für immer werden von nun an große Städte von Menschen unterschiedlicher Herkunft bewohnt sein. Das ist kein Horrorszenario, das ist schlicht die Zukunft des Homo Sapiens.

9 Klimaretter: Das Öko-Potential der Metropolen

Das Eigenheim im Grünen vernichtet genau dies – das Grüne. Ohne Auto sind Dorfbewohner verloren, der Kofferraum ist ihr Einkaufskorb. Städter hingegen sind praktizierende Umweltschützer: Fahren ihre täglichen Wege mit dem Rad, nutzen öffentliche Verkehrsmittel, haben vielleicht nicht einmal ein Auto. Und heizen effektiver. Kein Wunder also, dass der CO2-Fußabdruck in der Großstadt geringer ausfällt als auf dem Land – und die Einsparpotentiale viel höher sind.

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